Ablauf eines holotropen Workshops

Eine Erfahrung in holotropen Atmen besteht aus der Vorbereitung, der eigentlichen Atemarbeit und der Integration. Die Übergänge sind fliessend

Die Vorbereitung jedes Einzelnen beginnt subtil bereits bei der Entscheidung am Workshop teilzunehmen, konkret wird diese bei einem persönlichen Gespräch im Vorfeld zur Abklärung allfälliger Kontraindikationen und zu einer ersten Kontaktaufnahme. Vor der Atemsitzung werden in einer allgemeinen Diskussion auf die theoretischen Grundlagen eingegangen und der praktische Ablauf besprochen.

Die eigentliche Atemsitzung geschieht paarweise, wobei sich die Teilnehmenden in den Rollen als Atmende (Breather) und Begleitende (Sitter) abwechseln. Die Sitter bereiten durch ihre Aufmerksamkeit für die Breather eine Art "sicheren Raumes", und stehen für kleine Hilfestellungen wie Taschentücher, Trinken oder zur Toilette gehen bereit. Die Breather liegen auf der Matratze. Nach einer kurzen Entspannungsmeditation beginnt die Musik mit kraftvollen Rhythmen und die Breather beginnen intensiv tiefer und schneller zu atmen. Diese Atmung öffnet die Tore zu erweiterten Bewusstseinszuständen.

Diese Zustände können ganz unterschiedlich anzuschauen sein: Einige Personen sind komplett ruhig wie in tiefer Meditation, einige bewegen sich auf die unterschiedlichsten Weisen. Einige schreien, stöhnen, weinen, lachen oder reden in unbekannten Sprachen. Einige drücken Angst oder Wut aus. Manche Breather bitten um Hilfe, um gewisse Emotionen oder Gefühle ausdrücken zu können. In der Innenschau ist die ganze Bandbreite der transpersonalen Erfahrungen möglich. Diese Erfahrungen variieren von Breather zu Breather und von Workshop zu Workshop.

Die Atemsitzung ist ein interner und zumeist nonverbaler Prozess, bei dem die äussere Einflussnahme auf das absolut notwendige Minimum reduziert wird, solange die Breather nicht darum bitten. Erst am Ende einer Atemsitzung, die üblicherweise um die 3 Stunden dauert, wird nach dem Befinden der Breather gefragt. Wenn noch irgendwelche Spannungen oder Emotionen körperlich spürbar sind, so empfiehlt es sich diese mit gezielter Köperarbeit aufzulösen oder in Bewegung zu bringen. 

Die Integration beginnt noch auf der Matratze. Primär geht es darum dem Körper und der Seele, die beide schwer gearbeitet haben, die Zuwendung und den Raum zu geben, der für eine Verarbeitung des Erlebten notwendig ist. Dies wird durch einen kreativen Ausdruck, meistens dem Malen von Mandalas, sowie einer ersten rationalen Verarbeitung durch das Formulieren der Erfahrung in Worte unterstützt.

Auch in den Tagen nach einem Workshop wird den Breathern empfohlen sich selber zu schonen und sich gut zu behandeln. Je nach persönlicher Vorliebe sind dies unter vielem anderen Spaziergänge in der Natur, heisse Bäder, kreativer Ausdruck oder auch einfach Zeit für sich selber. Wichtig ist es, weiterhin aufkommende Gedanken und Emotionen zuzulassen und ihnen Raum zu geben.
Platt gesagt ist es nämlich ein "Surfen" in Zuständen Veränderten Bewusstseins, in denen das Ich aufgehört hat, Bezugspunkt und Focus zu sein. Stattdessen hält das persönliche Ich nun die Balance in den Wellen des Bewusstseinsmeeres und wird dabei zu einem aufmerksamen Zeugen von dem, was geschieht. Das Ego hat seinen Absolutheitsanspruch aufgegeben zugunsten des "Geistes", des spirit, in dessen Dynamik und Bewegung das Wesentliche das Wachwerden ist."
Ingo B. Jahrsetz







"Holotropic breathwork is a more controllable process [compared to taking a psychedelic substance], since you’re starting and stopping on your own.
The voluntary nature of it is courageous in ways different from taking a psychedelic drug since it requires more of a letting go than being overwhelmed. However, the same voluntary nature means that it’s sometimes difficult to overcome your own defenses and delusions."
Rick Doblin